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(Hochzeits-)Filmemacher Stefan Schnelle@TV

Als im Frühjahr 1999 das Telefon klingelte, erwartete ich die üblichen Anfragen zu freien Hochzeits-Terminen. Bei der Anruferin handelte es sich allerdings nicht um eine Braut, sondern um Kathrin Sänger, seinerzeit Redakteurin bei Spiegel-TV. Sie war auf der Suche nach einem Videoteam, das Sie für ein Special zum Heiraten einen Tag begleiten wollte. Nun ist Heiraten im TV trotz der damals allseits bekannten Traumhochzeit mit Linda de Mol nicht jedermanns Sache und so fragte ich erstmal bei Peggy und Michael, von denen wir damals bereits gebucht waren waren. Die waren von der Idee angetan und so stand Spiegel-TV am 01.05.1999 noch vor Drehbeginn vor unserer Tür.

Wer die Sendung kennt weiss, das nicht jeder Protagonist gut wegkommt und so war ich auch nicht wirklich überrascht, das unsere Schnewoli-Ranch-Baustelle den Beitrag eröffnete. Im Lauf des Tages bewies das Fernseh-Team immer wieder das, was den Unterschied zwischen TV und Hochzeits-Videograf ausmacht. Bei einem Hochzeitsfilm gibt es keinen zweiten Versuch, entweder man hat es oder die Chance ist vorbei. Leider galt das nicht für das Team um Kathrin Sänger, die einige Takes so oft wiederholten, bis es mit der Trauung dann auch richtig knapp wurde. In der Aufregung vergass Peggy noch den Brautstrauss, weswegen Ihr Vater beim Holen des selbigen, den Auftakt der Trauung verpasste.

Hochzeiten filmen ist ohnehin ein anstrengender Job… zwischendurch immer wieder Fragen beantworten macht es nicht leichter. Zumal mir schon vorher klar war, in welche Richtung das ganze gehen sollte und so war der Tag gespickt mit kleinen Hürden, wie der Frage, was ich denn bei dem Anblick der Braut in Unterwäsche empfinde. Nun war ich zu dem Zeitpunkt selbst seit 8 Jahren im Geschäft und wusste um die Macht von Ton und Bild, letztendlich bin dann aber doch einmal reingefallen, als die Frage nach Animositäten zwischen den Brauteltern aufkam. Nicht ahnend, das die Bilder der Eltern der Eltern dazwischen geschnitten werden, berichtete ich von einer zurückliegenden Hochzeit. Dieses Statement leicht gekürzt lässt den Betrachter nun glauben, das Peggies und Michaels Eltern sich nicht grün waren. Ich war heilfroh, das die beiden das auch mit bekommen hatten und mit Ihrem Auftritt ansonsten richtig happy waren.

Welche Art Videofilmer man damals lieber vor der Kamera gesehen hätte, kann sich der geneigte Leser vermutlich denken. Nachdem der Beitrag gelaufen war, gab man dann unumwunden zu, dass das Team von unserem Film entäuscht war. “Die Bilder hätten ja genauso wie das eigene Material ausgesehen.” Heute will man auf keinen Fall in die TV-Schublade, 1999, als ein Grossteil der Hochzeitsfilm-Branche noch mit S-VHS unterwegs war, konnte man uns kein grösseres Kompliment machen. Und so blieb das nicht unser letzter, aber auf jeden Fall unser spannendster TV-Auftritt.

Hier der Link zum Nachsurfen

http://www.spiegel.tv/filme/hochzeiten-einmal-prinzessin-sein/

Wenn et Bedde sich lohne däät – Hochzeitsvideo und Fotos

BAP_Hochzeitsvideo_Koblenz_Schnewoli

Sonja und Matthias, Hochzeitsvideo und -fotos, 1999

Es gibt Hochzeiten, die behält man im Kopf, weil sie so ungewöhnlich waren. Zu diesen Hochzeiten gehörte die von Sonja & Matthias. Die Begleitumstände jagen mir noch heute einen kleinen Schauer über den Rücken, aber lest selbst.

Als die beiden bei mir waren, war schon klar, so etwas hatte ich bisher noch nicht gemacht. Ein Trauung auf einem Rheindampfer und das nicht im Bordrestaurant, sondern auf dem Oberdeck. Schon wenige Tage vorher war also klar, die Tour nach St. Goar, dem Startpunkt der Reise, mach ich gemütlich in meinem Käfer Cabrio, das ich damals noch mein eigen nannte. Am Abend vorher ergab es sich, das ich mit meinem Kombi in einer Aschaffenburger Tiefgarage stehen bleiben musste, weil die Batterie den Geist ausgehaucht hatte. „Kein Problem“ dachte ich mir, du wolltest ja ohnehin mit dem Käfer fahren.

Am Hochzeitstag selbst beschlich mich dann aber doch ein komisches Gefühl und ich sorgte mit Hilfe des BMW-Notdienstes dafür, das mein Kombi eine neue Batterie bekam und ich mit bayrischen Pferden an den Rhein startete. Ein guter Plan, wie sich gleich herausstellen wird.

Die Hochzeit verlief planmässig. Während der Trauung schien die Sonne und auch sonst konnte nichts die Stimmung trüben. Der Pfarrer hielt ein schöne Rede über das Kennenlernen der beiden und auch für mich war es ein entspannter Tag. Musste ich doch mal nicht Vorfahren, Perkplätze suchen und meine damals noch etwas weniger umfangreiche Ausrüstung von A nach B schleppen

Sonja wollte ursprünglich keinen Fotografen, da Sie kaum Bilder von sich besass, auf denen Sie sich selbst sehen mochte. Nachdem ich persönlich zwar noch nie grossen Wert auf Bilder gelegt habe, aber aus eigener Erfahrung wusste, das „kein“ Hochzeitsfoto auch keine Lösung ist, bot ich an, mit meiner damaligen Spiegelreflex (noch ganz altmodisch auf Negativ) ein paar Porträtfotos zu machen. Nachdem der Tagesablauf genug Lücken bot, an dem ich nicht hinter der Kamera stehen musste, machten wir ein kleines Shooting.

Ein kleinen, feinen Höhepunkt bot der Tag, als wir gegen Abend Koblenz und das deutsche Eck passierten. Hier spielte BAP ein Livekonzert und wie man oben sieht, hatten wir kurz den perfekten Blick auf die Bühne, wo Wolfgang Niedecken „Wenn et Bedde sich lohne däät“ zum Besten gab. Ein passender Titel für eine Hochzeit.. zumindest wenn das Gesamtrepertoire von BAP betrachtet.

Am späten Abend trat ich die Heimreise an. Ende gut, alles gut.

P.S. … ich schulde euch noch das Ende der Käfer Story. Nachdem ich total begeistert von der Autofahrt am Rhein war, wollte die gesamte Familie am nächsten Tag bei Kaiserwetter im Käfer Cabrio ein Tour auf der gleichen Strecke unternehmen. Was soll ich sagen, auf Höhe Frankfurter Flughafen riss das Kupplungsseil und wir traten mit dem ADAC Transporter die Heimreise an. Das wäre (k)ein Hochzeitsvideo geworden. Ich hab in all den Jahren nicht eine einzige Hochzeit verpasst, manchmal gehörte Glück und Intuition dazu… ;-).

 

P.P.S…. die Hochzeitsfotos lösten bei Sonja eine kleine Euphorie aus. Ich hatte es geschafft, das sie natürlich und ungezwungen vor der Kamera posierte. Wie ich das gemacht habe? Das ist eine andere Geschichte.

Eins meiner Lieblingsfeedbacks – Danke Herbert

Hallo Stefan,

Für alle, die sich für den wahren Grund meines Eintrags hier interessieren, hier die Antwort: Dankbarkeit! Schlicht und ergreifend Dankbarkeit. Und zwar nicht für die perfekt getimte, genial synchronisierte und absolut harmonisch gemischte Komposition aus Bild und Ton, denn diese Eigenschaften eines Hochzeitsvideos aus dem Hause „Schnewoli“ sollte der interessierte Leser dieses Gästebuchs mittlerweile als Selbstverständlichkeit voraussetzen. Natürlich trifft dies auch alles auf unser Video zu, aber es ist dieses Engagement, das mich so fasziniert und berührt hat.

Heutzutage, wo alles auf den Cent genau abgerechnet wird, und dem Kunden leider auch nichts anderes mehr übrig bleibt, als sich wie verrückt an den Vertrag zu klammern, um ja nicht über den Tisch gezogen zu werden, ist es die reinste Wohltat, auf jemanden wie Stefan zu treffen! Bei der Suche nach einem Videografen für unsere Hochzeit habe ich „nur“ Kreativität und Professionalität gesucht. Nach dem Motto „Buy 2, Get 3!“ habe ich noch Leidenschaft dazu bekommen. Eine Leidenschaft, die Stefan ganz und gar durchdringt und ihn dauernd antreibt, das Optimum zu suchen (und zu finden). Selbst dann, wenn sie zu Aktionen führt, die ein kühl kalkulierender Geschäftsmann so nicht umsetzen würde (Danke nochmal dafür!). Und ich spreche hier nicht von dem Engagement, das sämtlichen Dienstleistern unserer Gesellschaft in zahlreichen Seminaren eingetrichtert wird, wie z. B. einer Fleischereifachverkäuferin („Darf es auch ein bisschen mehr sein?“). Nein, ich spreche hier von einem Engagement, das echt ist und nur aus der Leidenschaft hervorgeht (z. B. „Nein, diese Wurst würde ich an Ihrer Stelle nicht nehmen; die haben wir umetikettiert, weil sie schon abgelaufen war!“). Ich weiß zwar bis heute noch nicht, wie Du ein Pferd zum Kotzen bringen wolltest, aber ich glaube, wenn es wirklich nötig gewesen wäre, hättest Du Dein Versprechen gehalten; dessen bin ich mir mittlerweile sicher ;-)! Es gibt bestimmt den einen oder anderen Kunden, der ihn als Gott bezeichnen würde (und ich bin mir sicher, dass es ihm gefallen würde ;-)), aber Gott hat nun mal keine HDV-Kamera und auch keinen Schnittplatz, so dass er als Videograf sicher nicht die beste Figur machen würde (vielleicht als DJ, wenn man Faithless Glauben schenken darf.) So muss ich Stefan leider nur als Video-GENIE bezeichnen, was gehässige Menschen evtl. dazu veranlassen könnte, auf den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn hinzudeuten ;-)! Wer sagt aber, dass beides nicht konstruktiv zusammen arbeiten kann, denn ich habe hier ein wahnsinnig geniales Hochzeitsvideo!!!

In diesem Sinne, behalt Dir Deine Leidenschaft. Sie hält alles Weitere am Leben!

Viele Grüße aus Wiesbaden

Herbert (alias HzO)