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Stefan fragt Tanja – Die Wirkung

Ein Werbespot, den es nie geben wird, eine Freund zum Auf-den-Mond-Schießen und großes Gelächter für all´ die, die es schon wussten!

Danke für den geilsten Heiratsantrag, den ich mir vorstellen konnte!

Da ahnt man nichts Böses, wenn man als Kameraerfahrene von seinem Chef zu einem kleinen Auftritt für die Firma gebeten wird und dann das.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich wirklich nichts, aber auch gar nichts
geahnt habe. Was übrigens das Faszinierenste an dieser ganzen Sache
überhaupt war, denn Geheimnisse in der Gastronomie und ein nicht vorhandenes Pokerface Stefans, hätte den Plan durchaus in Gefahr bringen können.

Nicht zu vergessen die organisatorischen Schwierigkeiten: Am Drehtag haben wir uns nur um Minuten zu Hause verpasst, weil er offziell noch in Essen war und ich viel zu früh nach Hause kam. Sogar eine Nacht im Hotel in Kaiserslautern hat Stefan für ein perfektes Alibi auf sich genommen (Muss ich mir da Sorgen machen!?;-)).

In dieser ganzen Vorbereitungsphase hatte ich ein ganz anderes Problem: Mein Freund ist zu nichts zu gebrauchen und nur noch unter Strom. Während ich mir schon Gedanken machte ,wie ich mit ihm am besten darüber spreche, dass unsere Beziehung gerade irgendwie sehr einseitig von mir ausgeht und er viel zu gestresst für ein Privatleben ist, hat er mit dem Masterplan für die perfekte Umsetzung zur Frage seines Lebens gekämpft- Nach dem Antrag wurde mir dann doch einiges klar…

Im Kino war ich dann doch sehr verwundert den Kameramann des Drehs direkt vor mir wiederzusehen, aber der Zeitfaktor war von euch sehr gut
einkalkuliert, so dass ich schlicht und einfach keine Sekunde hatte darüber nachzudenken. Der Spot lief, der Spot war lustig, aber der Spot war viel zu lang!? Und was waren das alles für komische Szenen? Und wer war jetzt im Kino unter der Tüte, den unser Koch war es nicht mehr?

Ich habe es nicht gecheckt! Unglaublich aber wahr!

Naja, ich bin in die Falle getappt, alle haben herzlich gelacht und es gab
ein Happy End, was will man mehr!

I Love you, Baumgarten-Junior!

P.s. Ja, der geilste Antrag ever, aber er hat meinen Nachnamen angenommen!
😉

Danke Tanja! Und für alle, die jetzt nicht so richtig wissen, worum es geht:

(Hochzeits-)Filmemacher Stefan Schnelle@TV

Als im Frühjahr 1999 das Telefon klingelte, erwartete ich die üblichen Anfragen zu freien Hochzeits-Terminen. Bei der Anruferin handelte es sich allerdings nicht um eine Braut, sondern um Kathrin Sänger, seinerzeit Redakteurin bei Spiegel-TV. Sie war auf der Suche nach einem Videoteam, das Sie für ein Special zum Heiraten einen Tag begleiten wollte. Nun ist Heiraten im TV trotz der damals allseits bekannten Traumhochzeit mit Linda de Mol nicht jedermanns Sache und so fragte ich erstmal bei Peggy und Michael, von denen wir damals bereits gebucht waren waren. Die waren von der Idee angetan und so stand Spiegel-TV am 01.05.1999 noch vor Drehbeginn vor unserer Tür.

Wer die Sendung kennt weiss, das nicht jeder Protagonist gut wegkommt und so war ich auch nicht wirklich überrascht, das unsere Schnewoli-Ranch-Baustelle den Beitrag eröffnete. Im Lauf des Tages bewies das Fernseh-Team immer wieder das, was den Unterschied zwischen TV und Hochzeits-Videograf ausmacht. Bei einem Hochzeitsfilm gibt es keinen zweiten Versuch, entweder man hat es oder die Chance ist vorbei. Leider galt das nicht für das Team um Kathrin Sänger, die einige Takes so oft wiederholten, bis es mit der Trauung dann auch richtig knapp wurde. In der Aufregung vergass Peggy noch den Brautstrauss, weswegen Ihr Vater beim Holen des selbigen, den Auftakt der Trauung verpasste.

Hochzeiten filmen ist ohnehin ein anstrengender Job… zwischendurch immer wieder Fragen beantworten macht es nicht leichter. Zumal mir schon vorher klar war, in welche Richtung das ganze gehen sollte und so war der Tag gespickt mit kleinen Hürden, wie der Frage, was ich denn bei dem Anblick der Braut in Unterwäsche empfinde. Nun war ich zu dem Zeitpunkt selbst seit 8 Jahren im Geschäft und wusste um die Macht von Ton und Bild, letztendlich bin dann aber doch einmal reingefallen, als die Frage nach Animositäten zwischen den Brauteltern aufkam. Nicht ahnend, das die Bilder der Eltern der Eltern dazwischen geschnitten werden, berichtete ich von einer zurückliegenden Hochzeit. Dieses Statement leicht gekürzt lässt den Betrachter nun glauben, das Peggies und Michaels Eltern sich nicht grün waren. Ich war heilfroh, das die beiden das auch mit bekommen hatten und mit Ihrem Auftritt ansonsten richtig happy waren.

Welche Art Videofilmer man damals lieber vor der Kamera gesehen hätte, kann sich der geneigte Leser vermutlich denken. Nachdem der Beitrag gelaufen war, gab man dann unumwunden zu, dass das Team von unserem Film entäuscht war. “Die Bilder hätten ja genauso wie das eigene Material ausgesehen.” Heute will man auf keinen Fall in die TV-Schublade, 1999, als ein Grossteil der Hochzeitsfilm-Branche noch mit S-VHS unterwegs war, konnte man uns kein grösseres Kompliment machen. Und so blieb das nicht unser letzter, aber auf jeden Fall unser spannendster TV-Auftritt.

Hier der Link zum Nachsurfen

http://www.spiegel.tv/filme/hochzeiten-einmal-prinzessin-sein/