Kategorie-Archiv: Magische Momente

Die schönsten Momente mit Gänsehaut zum Nachlesen.

Stefan fragt Tanja – Die Entstehung

Vor einiger Zeit erreichte mich ein Anruf von Stefan. Er hatte auf You Tube ein Antragsvideo entdeckt und wollte genau so etwas für seine zukünftige Frau Tanja. Natürlich schaute ich mir die amerikanische Vorlage  genau an, kam aber relativ schnell zu dem Schluss, das ich es so nicht machen wollte.

http://www.youtube.com/watch?v=pnVAE91E7kM

Gemeinsam entwickelten wir dann den tatsächlichen Schlachtplan.

Stefans Vorgabe war:

– max. 6 Minuten Länge

– Eine Livecam nimmt Tanjas Reaktion auf.

Bei unserem ersten Gespräch schlug ich dann folgende Eckpunkte vor:

– Tanja sollte selbst mitspielen, ohne zu wissen worum es geht.

– Ein verzögerter Überraschungsmoment (Im amerikanischen Video ist eigentlich nach 30 Sekunden klar, was passieren wird).

– Eine echte Handlung mit Dialogen, Sinn und Pointe

Im Nachhinein rieselt mir bei dem Gedanken, was alles hätte schief gehen können, immer noch ein sanfter Schauer über den Rücken. Die erste Skizzierung der Geschichte gefiel uns zwar beiden gut, aber es verging noch eine gute Woche, bis ich die passende Pointe entwickelt hatte.Unsere Darsteller fand Stefan schnell und als Drehort bot sich das Cafe Extrablatt in Kaiserslautern an, in dem Tanja als Kellnerin jobt. Die Geschichte für Tanja war schnell gestrickt. Ihr Chef Felix (er spielt den Mafiaboss) fragte Tanja, ob Sie denn in einem Werbespot mitspielen würde und nachdem sie bejahte, konnten wir wie geplant unsere Geschichte drehen. Tanja glaubte uns die Geschichte und so lief alles glatt, bis es während der Fahraufnahmen wie aus Kübeln zu regnen begann. Damit musste die geplante Anschlussszene vor dem Kino sterben, in der die Entführer Stefan aus dem Auto zerren sollten. Nachdem sich Ausstiegs-Szene in der Tiefgarage aber im Schnitt noch weit genug aufhellen lies, fehlte uns letztendlich auch keine Szene im Handlungsstrang. Dummerweise war zum Zeitpunkt des Drehs noch nicht klar, in welchem Kino der Spot laufen sollte und so drehten wir vorsichtshalber auf allen Etagen.

Um die Sache nicht zu leicht zu machen, stellte sich einen Tag vor der geplanten Vorführung heraus, das der Saal in dem der Film laufen sollte, über keinen Blu-Ray Player verfügte, was Stefan eine schlaflose Nacht beim Umrechnen des Film in jpeg 2000 kostete, nachdem Final Cut Pro dieses Format nicht kannte. Da er auch die Ausgabe nicht kontrollieren konnte, planten wir für den Test vor der Vorführung 2 Stunden ein, die wir letztendlich auch bis kurz vor knapp benötigten, da bei den ersten Versuchen weder Farbe und Bildproportionen stimmten. Kurz vor der Vorführung klappte dann alles. Die nächsten Minuten stand Stefan allerdings völlig unter Strom und auch ich kann nicht bestreiten, das ich bis zu dem Moment, in dem Tanja im Kino hinter mir Platz nahm, ziemlich nervös war. Das Sie mich erkennen würde war klar, aber glaubt Sie, das ich zum Probelauf des vermeintlichen Spots Publikumsreaktionen aufzeichnen soll…?

Letztendlich ging alles gut, Tanja war von der Handlungs so gebannt, das Sie mich vor Ihr kaum wahrnahm und als Stefan vor Ihr stand und Sie (wie erwartet) Ja sagte, fiel vermutlich nicht nur mir ein Mühlstein vom Herzen. Im Nachhinein muss ich feststellen, das wir sagenhaftes Glück hatten. Die 2 Entführer, die nie zuvor vor einer Kamera standen, waren gekonnt witzig, alle Eingeweihten hielten bis zum Schluss dicht und auch die Tanjacam im Kino fiel unserem “Opfer” nicht nachhaltig auf.

Was fast alles schief gegangen wäre, könnt ihr hier in Tanjas Aufzeichnung nachlesen, aber letztendlich hiess es: Ende gut, alles gut und zufrieden sehe ich auf You Tube über 40.000 Zuschauer und mehr als 80 Likes. Möge die nächste Herausforderung kommen.

Euer (nicht der Bräutigam Stefan) Stefan… 😉

Stefan fragt Tanja – Die Wirkung

Ein Werbespot, den es nie geben wird, eine Freund zum Auf-den-Mond-Schießen und großes Gelächter für all´ die, die es schon wussten!

Danke für den geilsten Heiratsantrag, den ich mir vorstellen konnte!

Da ahnt man nichts Böses, wenn man als Kameraerfahrene von seinem Chef zu einem kleinen Auftritt für die Firma gebeten wird und dann das.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich wirklich nichts, aber auch gar nichts
geahnt habe. Was übrigens das Faszinierenste an dieser ganzen Sache
überhaupt war, denn Geheimnisse in der Gastronomie und ein nicht vorhandenes Pokerface Stefans, hätte den Plan durchaus in Gefahr bringen können.

Nicht zu vergessen die organisatorischen Schwierigkeiten: Am Drehtag haben wir uns nur um Minuten zu Hause verpasst, weil er offziell noch in Essen war und ich viel zu früh nach Hause kam. Sogar eine Nacht im Hotel in Kaiserslautern hat Stefan für ein perfektes Alibi auf sich genommen (Muss ich mir da Sorgen machen!?;-)).

In dieser ganzen Vorbereitungsphase hatte ich ein ganz anderes Problem: Mein Freund ist zu nichts zu gebrauchen und nur noch unter Strom. Während ich mir schon Gedanken machte ,wie ich mit ihm am besten darüber spreche, dass unsere Beziehung gerade irgendwie sehr einseitig von mir ausgeht und er viel zu gestresst für ein Privatleben ist, hat er mit dem Masterplan für die perfekte Umsetzung zur Frage seines Lebens gekämpft- Nach dem Antrag wurde mir dann doch einiges klar…

Im Kino war ich dann doch sehr verwundert den Kameramann des Drehs direkt vor mir wiederzusehen, aber der Zeitfaktor war von euch sehr gut
einkalkuliert, so dass ich schlicht und einfach keine Sekunde hatte darüber nachzudenken. Der Spot lief, der Spot war lustig, aber der Spot war viel zu lang!? Und was waren das alles für komische Szenen? Und wer war jetzt im Kino unter der Tüte, den unser Koch war es nicht mehr?

Ich habe es nicht gecheckt! Unglaublich aber wahr!

Naja, ich bin in die Falle getappt, alle haben herzlich gelacht und es gab
ein Happy End, was will man mehr!

I Love you, Baumgarten-Junior!

P.s. Ja, der geilste Antrag ever, aber er hat meinen Nachnamen angenommen!
😉

Danke Tanja! Und für alle, die jetzt nicht so richtig wissen, worum es geht:

Kerstin und Thomas

Eine schöne, aber auch gleichzeitig schwierige Ausgangssituation ist es, wenn man den zukünftigen Bräutigam schon über 10 Jahre kennt. Schön, weil für ihn von Anfang klar war, wer seinen Hochzeitsfilm dreht, schwierig, weil die Braut sich anfänglich gefragt hat „Wozu eigentlich einen Film?“.

Und so saßen wir irgendwann im Sommer 2014 im Garten der beiden und diskutierten ein paar Ideen an. Dabei stellte sich herraus, dass Kerstin und Tom akute ABBA Fans sind, womit schon mal klar war, welches Lied für den Lipdub in Frage kam. Tom hatte aber auch noch keinen richtigen Antrag gemacht und so ergab es sich (mal wieder), dass ich zu einer kleinen List griff.

Für den Vorfilm, der auf der Hochzeit lief, sollte Kerstin aus dem Haus „geworfen werden“, um dann als Einbrecherin zurückzukehren. Denn Sie kennt ja Ihre Pappenheimer und wer weiss, ob sich die ganze, grosse Familie auch gewissenhaft auf den Hochzeitstag vorbereitet. Tatsächlich bereitete Tom aber einen kleinen romantischen Heiratsantrag vor, mit dem er Kerstin bei Ihrem vermeintlichen Einbruch überraschte.

Der Hochzeitstag der beiden war dann so gelungen, das selbst bei mir nach über „20 Jahren Hochzeit“ Gänsehautfeeling aufkam. Den Einzug der beiden mit (gefühlt) unendlich vielen Blumenmädchen und Jungs betrachte ich als einen der Top 20 Momente meiner Karriere. Kurz nach der Trauung unter freiem Himmel schüttete es dann wie aus Kübeln, aber das tat diesem gelungenen Tag keinen Abbruch. Nach der Regenpause konnten die Gäste dann auch mit 200% Einsatz ABBA performen.

Hier der Trailer mit den schönsten Momenten…

Kerstin und Tom from Stefan Schnelle on Vimeo.

 

(Hochzeits-)Filmemacher Stefan Schnelle@TV

Als im Frühjahr 1999 das Telefon klingelte, erwartete ich die üblichen Anfragen zu freien Hochzeits-Terminen. Bei der Anruferin handelte es sich allerdings nicht um eine Braut, sondern um Kathrin Sänger, seinerzeit Redakteurin bei Spiegel-TV. Sie war auf der Suche nach einem Videoteam, das Sie für ein Special zum Heiraten einen Tag begleiten wollte. Nun ist Heiraten im TV trotz der damals allseits bekannten Traumhochzeit mit Linda de Mol nicht jedermanns Sache und so fragte ich erstmal bei Peggy und Michael, von denen wir damals bereits gebucht waren waren. Die waren von der Idee angetan und so stand Spiegel-TV am 01.05.1999 noch vor Drehbeginn vor unserer Tür.

Wer die Sendung kennt weiss, das nicht jeder Protagonist gut wegkommt und so war ich auch nicht wirklich überrascht, das unsere Schnewoli-Ranch-Baustelle den Beitrag eröffnete. Im Lauf des Tages bewies das Fernseh-Team immer wieder das, was den Unterschied zwischen TV und Hochzeits-Videograf ausmacht. Bei einem Hochzeitsfilm gibt es keinen zweiten Versuch, entweder man hat es oder die Chance ist vorbei. Leider galt das nicht für das Team um Kathrin Sänger, die einige Takes so oft wiederholten, bis es mit der Trauung dann auch richtig knapp wurde. In der Aufregung vergass Peggy noch den Brautstrauss, weswegen Ihr Vater beim Holen des selbigen, den Auftakt der Trauung verpasste.

Hochzeiten filmen ist ohnehin ein anstrengender Job… zwischendurch immer wieder Fragen beantworten macht es nicht leichter. Zumal mir schon vorher klar war, in welche Richtung das ganze gehen sollte und so war der Tag gespickt mit kleinen Hürden, wie der Frage, was ich denn bei dem Anblick der Braut in Unterwäsche empfinde. Nun war ich zu dem Zeitpunkt selbst seit 8 Jahren im Geschäft und wusste um die Macht von Ton und Bild, letztendlich bin dann aber doch einmal reingefallen, als die Frage nach Animositäten zwischen den Brauteltern aufkam. Nicht ahnend, das die Bilder der Eltern der Eltern dazwischen geschnitten werden, berichtete ich von einer zurückliegenden Hochzeit. Dieses Statement leicht gekürzt lässt den Betrachter nun glauben, das Peggies und Michaels Eltern sich nicht grün waren. Ich war heilfroh, das die beiden das auch mit bekommen hatten und mit Ihrem Auftritt ansonsten richtig happy waren.

Welche Art Videofilmer man damals lieber vor der Kamera gesehen hätte, kann sich der geneigte Leser vermutlich denken. Nachdem der Beitrag gelaufen war, gab man dann unumwunden zu, dass das Team von unserem Film entäuscht war. “Die Bilder hätten ja genauso wie das eigene Material ausgesehen.” Heute will man auf keinen Fall in die TV-Schublade, 1999, als ein Grossteil der Hochzeitsfilm-Branche noch mit S-VHS unterwegs war, konnte man uns kein grösseres Kompliment machen. Und so blieb das nicht unser letzter, aber auf jeden Fall unser spannendster TV-Auftritt.

Hier der Link zum Nachsurfen

http://www.spiegel.tv/filme/hochzeiten-einmal-prinzessin-sein/

PANIK – Und wenn man denkt, SCHLIMMER kann es nicht kommen…

Yvonne & Michael, 2004

Yvonne kannte ich schon von der Hochzeit Britta und Carsten. Und so war dann auch früh klar, ich mach auch den Polterabend bei den beiden mit. Ich habe auf Polterabenden schon so einiges gesehen. Kloschüsseln, Wäschekörbe mit Geschirr, alte Fernseher (pfui) und ich meine mich auch an eine Badewanne erinnern zu können. Was allerdings bei den beiden passierte, hatte ich bis dahin noch nicht und danach auch nie wieder gesehen.

PANIK from Stefan Schnelle on Vimeo.

Wenn et Bedde sich lohne däät – Hochzeitsvideo und Fotos

BAP_Hochzeitsvideo_Koblenz_Schnewoli

Sonja und Matthias, Hochzeitsvideo und -fotos, 1999

Es gibt Hochzeiten, die behält man im Kopf, weil sie so ungewöhnlich waren. Zu diesen Hochzeiten gehörte die von Sonja & Matthias. Die Begleitumstände jagen mir noch heute einen kleinen Schauer über den Rücken, aber lest selbst.

Als die beiden bei mir waren, war schon klar, so etwas hatte ich bisher noch nicht gemacht. Ein Trauung auf einem Rheindampfer und das nicht im Bordrestaurant, sondern auf dem Oberdeck. Schon wenige Tage vorher war also klar, die Tour nach St. Goar, dem Startpunkt der Reise, mach ich gemütlich in meinem Käfer Cabrio, das ich damals noch mein eigen nannte. Am Abend vorher ergab es sich, das ich mit meinem Kombi in einer Aschaffenburger Tiefgarage stehen bleiben musste, weil die Batterie den Geist ausgehaucht hatte. „Kein Problem“ dachte ich mir, du wolltest ja ohnehin mit dem Käfer fahren.

Am Hochzeitstag selbst beschlich mich dann aber doch ein komisches Gefühl und ich sorgte mit Hilfe des BMW-Notdienstes dafür, das mein Kombi eine neue Batterie bekam und ich mit bayrischen Pferden an den Rhein startete. Ein guter Plan, wie sich gleich herausstellen wird.

Die Hochzeit verlief planmässig. Während der Trauung schien die Sonne und auch sonst konnte nichts die Stimmung trüben. Der Pfarrer hielt ein schöne Rede über das Kennenlernen der beiden und auch für mich war es ein entspannter Tag. Musste ich doch mal nicht Vorfahren, Perkplätze suchen und meine damals noch etwas weniger umfangreiche Ausrüstung von A nach B schleppen

Sonja wollte ursprünglich keinen Fotografen, da Sie kaum Bilder von sich besass, auf denen Sie sich selbst sehen mochte. Nachdem ich persönlich zwar noch nie grossen Wert auf Bilder gelegt habe, aber aus eigener Erfahrung wusste, das „kein“ Hochzeitsfoto auch keine Lösung ist, bot ich an, mit meiner damaligen Spiegelreflex (noch ganz altmodisch auf Negativ) ein paar Porträtfotos zu machen. Nachdem der Tagesablauf genug Lücken bot, an dem ich nicht hinter der Kamera stehen musste, machten wir ein kleines Shooting.

Ein kleinen, feinen Höhepunkt bot der Tag, als wir gegen Abend Koblenz und das deutsche Eck passierten. Hier spielte BAP ein Livekonzert und wie man oben sieht, hatten wir kurz den perfekten Blick auf die Bühne, wo Wolfgang Niedecken „Wenn et Bedde sich lohne däät“ zum Besten gab. Ein passender Titel für eine Hochzeit.. zumindest wenn das Gesamtrepertoire von BAP betrachtet.

Am späten Abend trat ich die Heimreise an. Ende gut, alles gut.

P.S. … ich schulde euch noch das Ende der Käfer Story. Nachdem ich total begeistert von der Autofahrt am Rhein war, wollte die gesamte Familie am nächsten Tag bei Kaiserwetter im Käfer Cabrio ein Tour auf der gleichen Strecke unternehmen. Was soll ich sagen, auf Höhe Frankfurter Flughafen riss das Kupplungsseil und wir traten mit dem ADAC Transporter die Heimreise an. Das wäre (k)ein Hochzeitsvideo geworden. Ich hab in all den Jahren nicht eine einzige Hochzeit verpasst, manchmal gehörte Glück und Intuition dazu… ;-).

 

P.P.S…. die Hochzeitsfotos lösten bei Sonja eine kleine Euphorie aus. Ich hatte es geschafft, das sie natürlich und ungezwungen vor der Kamera posierte. Wie ich das gemacht habe? Das ist eine andere Geschichte.

Magische Momente – Maria & Ralph

Magische Momente

Nach über 200 abgedrehten Hochzeiten mag man meinen, der Mann hat alles gesehen. In der Tat bin ich eher schwer zu beeindrucken, aber auch für mich gibt es sie hin und wieder: Die kleinen magischen Momente, in denen man denkt „Bitte jetzt die Zeit anhalten, ich möchte das noch ein bisschen geniessen“. Einen dieser Momente erlebte ich vor rund 10 Jahren bei der Hochzeit von Maria & Ralph, 2005 die zweite Hochzeit, die ich im damals noch neuen HD gedreht habe. Maria wollte den grossen Auftritt, eine Kutsche war Ihr zu gewöhnlich und ein Heli zu protzig. Als Aschaffenburger weiss man, das die Schlosskapelle über eine lange Treppe direkt vom Main erreichbar ist und so gedieh der Plan, mit einem Schiff zu kommen.

Was ich erstmal für schwer realisierbar hielt, wurde dann zu unvergesslichen Bildern. Auf der Suche nach einem Schiff, stiess Maria auf ein Partyfloss. Gesagt, gefragt, gebucht.. Das Floss brachte Sie vor den Augen staunender Gäste zur Trauung. Die zierlich Maria sitzt mit aufgestützten Armen am Bug und geniesst die warme Spätsommersone. Und weil es so schön war, hier der Trailer zum Nachsurfen. Vorweg noch eins. Der Mann, der Sie in die Kirche bringt, ist Ihr Bruder, nicht der Bräutigam… 😉